
Einmal im Jahr werden wir von besonderer Freude erfasst, wenn wir an Weihnachten denken und die Zeit im Spätherbst mit Adventskränzen und Weihnachtsmärkten langsam näher rückt, die leckere Weihnachtsgans. Mit ihr verbinden wir neben Weihnachten auch Tradition, Familie, Gemeinsamkeit, Eintracht, Freude und nicht zuletzt auch den Genuss des Besonderen. Und gerade die Gans gehört bei vielen so selbstverständlich zum Fest wie der Tannenbaum.
Eine Supermarktkette warb im vergangenen Jahr vor Weihnachten mit einem Spruch zur Weihnachtsgans, mit dem Motto, alle freuen sich, „dass Oma einen Braten in der Röhre hat“.
Zugegeben, der große Renner war es nicht. Im Gegenteil, ein Shitstorm entlud sich regelrecht über der Verkaufskette. Weniger der bekannt doppeldeutigen Ausdrucksweise, als vielmehr der Abbildung des Bratgutes wegen. Das unbequeme Los aller Werbefachleute und Marketingspezialisten. Vorher weiß man oft nicht sicher, ob eine Kampagne toppt oder floppt. Nur die Kritiker sind hinterher immer oberschlau unterwegs und haben „es ja gleich gewusst“. Nun sind auf der veröffentlichten Werbeplattform im Social Media Bereich auch nicht wenige Trolle und Personen mit extrem vertretenen Positionen unterwegs. Eine Leserin sah dort ihre Gefühle verletzt, weil ihre Oma schon seit Jahren tot sei, sie hatte gar nichts verstanden oder wollte besonders witzig sein. Egal.
Der Shitstorm aus der veganen Ecke war hingegen immens. Beleidigungen gegen die werbetreibende Kette und die Verbraucher entluden sich über deren Köpfen. Und genau hier wird es mir wie Millionen anderen Fleischessern auch, echt zu bunt. Viele von uns freuen sich enorm auf das größte und schönste Familienfest im Jahr und das ist nun mal Weihnachten. Die lange Vorfreude über die Adventstage findet ihre Krönung in der familiären Eintracht. Und solange ich bei dem Genuss einer Gans zum Weihnachtsfest der Polizei deswegen nicht die Tür öffnen muss, lasse ich mir das auch von keinem übereifrigen, vegan lebenden Menschen nehmen. Ich mag denen auch keine Plattform geben oder mich dafür rechtfertigen müssen. Die zunehmende Radikalisierung gerade und vor allem im Internet erschreckt mich jedoch. Sie versuchen sich oft als bessere Menschen darzustellen, was immer der ein oder andere auf diese Weise auch kompensieren mag, da stelle ich jetzt keine Vermutungen an.
Gerade in den letzten Stunden finden sich auf die aktuelle Werbung der Supermarktkette wieder zahlreiche Hasstiraden. Es erstaunt und erschreckt mich gleichermaßen, welche Unterstellungen dort bis hin zur Kindheit eines Fleischessers getätigt werden. Bei ihrem Versuch für die Tiere einzutreten, verlieren diverse Veganer ihre Menschlichkeit und werden geradezu radikal.
Warum muss die Industrie eigentlich einen solch hohen Aufwand betreiben, einen Burger, eine Salami, eine Bratwurst für Veganer möglichst echt nach Fleisch aussehen zu lassen, ohne damit etwas gemein zu haben? Um die Fleischesser zu bekehren?
Meine Person, als auch und die ganze regiowelt tritt gern dafür ein, dass die Tiere vernünftig gehalten werden, dass weniger und bewusster, dafür aber hochwertigeres Fleisch konsumiert wird, welches, nebenbei bemerkt, auch gesünder für den Verbraucher ist. Dieses bekommen Sie kaum beim Discounter, sondern beim Metzger Ihres Vertrauens, der weiß, wo das Tier herkommt, wie es geschlachtet und weiterverarbeitet wurde und welche Zusatzstoffe nicht zum Einsatz kamen. Damit Sie am Ende nicht mehr Wasser als Fleisch in der Pfanne haben.
Liebe Leser, auch in unseren Familien gibt es sowohl Fleischesser als auch die andere Fraktion. Meint Ihr nicht, wir können uns gegenseitig respektieren und achten und bei all unseren Verschiedenheiten jedem sein persönliches schönes Weihnachtsfest wünschen? Ich und das ganze regioweltteam wünschen Ihnen dieses. Verehrter Leser, wir wünschen Ihnen noch gute Geschäfte und eine gute Zeit bis zu Ihrem Weihnachtsfest. – Ihre regiowelt