Meldungen von Anfang Dezember zufolge befindet sich die bekannte Afrikanische Schweinepest ASP so nah vor der deutsch-polnischen Grenze wie nie zuvor. Von den betroffenen Orten Zielonogorski und Nowosolski beträgt die Distanz lediglich noch 40 km. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag bestätigte, handelt es sich bisher um Schwarzwild.
Gegen die ASP gibt es derzeit noch immer keine wirksamen Behandlungsmethoden, weshalb großflächig um die Ausbreitungsgebiete präventiv gekeult wird. Auf eine andere Weise lässt sich derzeit eine Epidemie größeren Ausmaßes nicht verhindern, so heißt es lapidar. Schaut man sich auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts die Karte zur Ausbreitung der ASP in Mitteleuropa an, die letzte Karte ist vom 03.12.2019, sieht man deutlich, dass auch Belgien mittlerweile betroffen ist und die deutsch-polnische Grenze wohl kein Hindernis für das Virus darstellen wird. Natürlich macht das Virus an den Grenzen nicht halt. Jedoch sind die getroffenen Vorkehrungen bei uns weitaus rigoroser als es im Baltikum der Fall war, welches von dem Virus mit aller Macht heimgesucht wurde. Die Biosicherheitsgrundsätze des Friedrich-Loeffler-Instituts sind in § 27 des Gesetzes zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen (Tiergesundheitsgesetz – TierGesG), in § 14 der Tierimpfstoff-Verordnung sowie in § 16 Abs. 4 des Gentechnikgesetzes (GenTG) festgelegt. Die Ausbreitung in Osteuropa, besonders die letzten Jahre im Baltikum zeigt, dass, wenn der ASP-Virus einmal da ist, er nicht mehr zu eliminieren ist, zumindest derzeit. Mit einem wirksamen Impfstoff sei frühestens in einigen Jahren zu rechnen, so die einhellige Meinung der Experten in der Fachzeitschrift Spektrum im Februar 2018.
Die Hälfte der weltweiten Schweineproduktion kommt aus China. Die enorme Verknappung des Angebots an Schweinen seit dem Ausbruch von ASP im August 2018 in China lässt mittlerweile die Preise für Schwein in nicht geahnte Höhen schnellen. Da China sowohl als Produzent als auch Importeur weltmarktführend ist, muss sich der Preis auch hier bei uns auswirken, obwohl wir für uns genug haben und produzieren, ist aufgrund der großen Nachfrage in Asien auch der deutsche Metzger betroffen. Die weltweite Ausbreitung des Virus ist nur schwer aufzuhalten, denn wenngleich nur Wild- und Hausschweine betroffen sind, gilt der Mensch als Hauptverbreiter des Virus durch Fleischabfälle, weggeworfene Wurstbrote an der Raststätte, kontaminierte Schuhe, Kleidung, Fahrzeuge und andere Geräte. „Die meisten Ausbrüche im europäischen Raum waren in der Vergangenheit auf eine solche Verschleppung des Virus über Speiseabfälle im weltweiten Reiseverkehr zurückzuführen.“ So der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor über die zunehmende Ausbreitung des Virus (Stand: Oktober 2019).
Bisher scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch wir in Deutschland betroffen sein werden und überhaupt Mitteleuropa von diesem Virus heimgesucht werden wird. In diesem Zusammenhang weist der LHL bezüglich der Seuchenbekämpfung deutlich darauf hin: „Die Einhaltung aller empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen garantiert den Schweinehaltern einen ausreichenden Schutz der von ihnen gehaltenen Hausschweine.“ Das meinen die scheinbar ernst und die Einhaltung dieser Sicherheitsmaßnahmen kann man nur empfehlen. Sowieso sind derlei Großmastbetriebe mit mehr als 10.000 Schweinen auch im Hinblick auf Ausbrüche von Krankheiten oder gar Seuchen in der Zukunft nicht mehr praktikabel.
regiowelt-Partner, die beim vergangenen SBS-Treffen in Frankfurt dabei waren, haben den Vortrag von Prof. Dr. Dr. Lüpcke sicher noch in guter Erinnerung und wissen, dass wir auch bei regiowelt seit einem halben Jahr an diesem Thema arbeiten und sich nun Lösungen und Alternativen der Nutzung des Schweinefleisches abzeichnen, die herausragend sind, wie der Vortrag bereits offerierte. Zu gegebener Zeit später mehr dazu.
Es kann für unsere Metzgerei- und Fleischerbetriebe derzeit nicht schaden, sich Alternativen und Quellen zu überlegen, wie man zu verfahren gedenkt, wenn der Preis weiter steigt. Diesen kann man nur an die Kunden weitergeben und wie man welches Fleisch alternativ mehr in den Fokus der Kundschaft lenken kann, wenn es wirklich eng wird mit dem Bezug von Schweinefleisch, was sich derzeit leider schon abzeichnet. In diesem Kontext sei uns der Hinweis gestattet, dass regiowelt gemeinsam mit Herrn Gempel zu genau diesem Thema: “Wie setze ich erfolgreich höhere Preise beim Kunden durch?” entsprechende Schulungen anbietet. Rechtzeitige Anmeldung unter 02631 941270 zeigt sich bei begrenzter Platzzahl geboten.
Noch liegt das Ende dieses Virusbefalls in der Ferne und niemand kann bisher genau sagen, wann das sein wird. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern ein logischer Handlungsschritt, der in Ermangelung wirksamer Methoden der Bekämpfung des Virus sich abzeichnen wird. Einzig die strikte Kontrolle gepaart mit den eingeführten Frühwarnmechanismen und -systemen sowie die Biosicherheitsmaßnahmen lassen hoffen, der gegenwärtigen Situation angemessen zu begegnen und das Virus möglichst lange von uns fernzuhalten bis ein Impfstoff gefunden wird. – MK
Link zu aktuellen Ausbruchszahlen der ASP – Friedrich-Loeffler-Institut